Laufbericht eines Teilnehmers

Ein Läufer schildert seine Erfahrungen und Erlebnisse beim Dreierpack 2011.

Nimm 5, lauf 3 für 20 Euro. Klingt wie ein Sonderangebot aus dem Supermarkt. Ist aber besser – wenn man sportlich ambitioniert ist.

„5 Läufe bewältigen? Das sieht nach einer Herausforderung für einen 08/15 Läufer wie mich aus.“ Gedacht – getan. Ziel ist es, alle 5 Veranstaltungen zu überleben.

Der erste Lauf - der Dütelauf in Kloster Oesede ist mir schon seit langem bekannt.

Hier habe ich den ersten Wettbewerb meiner Laufbahn gehabt. Damals ging es noch im Dorf im Kreis herum. Nun ist der Lauf erwachsen geworden, und es geht abwechselungsreicher und als Gesamtstrecke voran. Er ist einer meiner Lieblingsläufe.

Beim Verfolgen oder Abhängen von hartnäckigen Kollegen bleibt noch Zeit, in die Ferne hinauszuschauen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Man kann weit in den Teutoburger Wald sehen, kommt an schön restaurierten Fachwerkhäusern vorbei und besucht auf die Schnelle den alten Bahnhof - so macht Anstrengung Spaß. Hektisch wird es erst im letzten Viertel des Kurses. Im wilden Zickzack, immer den Zielsprecher in den Ohren, nähern und entfernen wir uns von ihm, so dass ich es kaum glauben kann, plötzlich die – übrigens sehr sehenswerte – Zielbrücke zu durchlaufen.

Fazit: landschaftlich der schönste aller 5 Wettbewerbe, mit leicht dramatischem Potenzial am Ende.

Der G-M-Hütter Turm zu Turmlauf, „TzT“ genannt, gehört auf jedem Fall in die Rubrik „anstrengend“.

Vom Start weg geht es bergab. Ich denke noch: „Klasse, wenn das so weitergeht“. Doch dann fällt mir das, was ich verdrängen wollte, wieder ein: „Hier musst du wieder hoch – nach 9 Kilometern.“ Ständig geht es auf und ab. Mir liegt das ganz gut, anderen nicht. An Steigungen vor mir sehe ich immer wieder walkende Läufer. Der Hauptanteil der Strecke geht durch breite Waldwege. Man kann also nach Belieben überholen – wenn man es schafft.

Ich habe mir einen jungen Läufer vor mir als Ziel ausgeguckt und mich so gut es ging an ihn herangeschlichen. In einer Serpentine sah er mich noch etwa 20 Meter hinter sich und wusste sofort, was zu tun war. Der Bengel gab Hackengas und kam weit vor mir ins Ziel. Dort haben wir zwei noch kurz gesprochen - und gelacht.

Was auf keinem Fall unerwähnt bleiben darf, ist das sensationelle Kuchenbuffet des TVG. Ein absolutes Muss für einen verfressenen Kerl wie mich. Und überhaupt: Die perfekte Organisation verrät, wo im Umkreis das Laufen zuhause ist. Das wird mich trotz der Anstrengung immer wieder anlocken.

Mein Fazit: Schweißtreibend (ca. 200 Hm), mit gut ausgebauten, schattigen Waldweg-Passagen und über allen Zweifel erhaben: Top Organisation.

Den Hagener Volkslauf habe ich trotz der Nähe zu meinem Wohnort nie mitgemacht.

Wieso, weiß ich selbst nicht. Im Zuge des 3/5-Packs eine Möglichkeit zum Ausprobieren.

Vom Start an geht es wieder verdächtig lange bergab. Auf dem Weg aus dem Dorf sehe ich die kuriosesten Zuschauer überhaupt. Eine Herde Pferde ist auf uns Läufer aufmerksam geworden und hat sich in einer Reihe von 5 – 7 Stück an den Zaun gestellt. Fassungslos schauen sie uns zu, und wir zurück. Nach ca. 1 Km die Verwunderung: Ich hätte nie gedacht, dass Hagen einen richtigen Berg hat. Kaum zu Ende gedacht, bahnt sich auch schon der zweite an. Ich glaube, eine starke Ähnlichkeit mit dem TzT erkennen zu können.

Auch hier sind die Waldwege gut ausgebaut, die Strecke ist insgesamt freier und bei Sonnenschein gut gewärmt. Und am Ende geht es noch einmal zum Ziel hoch. Für den Hunger ist auch hier gut vorgesorgt.

Fazit: Die Hagener Laufstrecke steht dem TzT kaum nach. Auch hier kann man es sich nach dem Lauf gut gehen lassen. Sollte man auf jedem Fall auch machen.

Borgloher Weiherlauf: Ein 4x zu absolvierender Rundkurs ohne nennenswerte Steigungen. Trotzdem ein eher gefürchteter Lauf.

Die Veranstaltung ist vom Frühjahresanfang auf dessen Mitte verlegt worden. Leider hat der Brückentag den Borgloher Veranstaltern kein Glück gebracht, denn einige Läufer zogen anderweitige Betätigungen vor. Bei sonnigem Wetter hat man die Chance, auf den langen Geraden prima durchzuwärmen. So auch in diesem Jahr. Nach jeder absolvierten Runde passiert man den Zieleinlauf. Für die Zuschauer eine aktive Angelegenheit. Kann man doch den Läufern mit aufmunternden Worten und Beifall mental beistehen. Die Läufer selbst rechnen gegen die Runden und kämpfen. Ein Viertel, die Hälfte, letzte Runde….. .

Äußerst unterstützend empfand ich die Cheerleader, die an der härtesten Stelle Musik aufgebaut und ein Spalier gebildet haben. Und die Dudelsackpfeiferin war das Zeichen, bald wieder eine Runde geschafft zu haben. Besonders dankbar war ich persönlich den Zuschauern, die uns mit Rasensprengern und Wasserschläuchen abgekühlt haben. Ich glaube, es gab niemanden, der sich nicht gerne nassmachen ließ. Es gibt sie also doch – die Regengötter. Sie wohnen in Borgloh!

Fazit: Die mitunter langwierige Rundenstrecke wird durch Aktionen aller Art immer wieder unterhaltsam unterbrochen. Ein Riesenplus, das mich immer wieder dort hinzieht.

Die Bezeichnung „Meller Berglauf“ lässt keine Zweifel zu: Das ist kein Streichelzoo. Hier wird geschwitzt.

Es gibt nur einen Hauptlauf –Bambinis, Konfirmanden, und Weicheier schauen zu. Auf dem Sportplatz, der auch der Startplatz ist, sah man Massen von Läufern im Kreis herumrennen. Um nicht aufzufallen machte ich auch ein paar Dehnübungen. Hier geht es vom Start an gleich bergauf. An der ersten Wasserstelle riss ich noch den Witz, dass der Berg nicht in Ordnung sei, denn es ginge mehr bergauf als bergab. Das ist natürlich eine Täuschung. Zum einen hatten wir bis zur Ankunft zum Rundkurs schon gut 1 km zu asten gehabt, und zum anderen sind die Bergauf-Passagen steil, und die Bergab-Passagen flach. Auch hier gab es mitten im Dickicht musikalische Unterhaltung – eine angenehme Überraschung. Aber wo hatten die den Strom her?

Kurz vor dem „Berggipfel“ kommt – nach meiner Meinung - die steilste Passage aller 3/5-Pack Läufe. Ist das die Stelle, an der Louis Trenker rief: “Mutta, der Berg ruaft. I muss in die Wand nei“? Zum Ende des Laufes ging es auf der alten Startstrecke wieder herunter, mit der Raffinesse, noch einmal um den Sportplatz zu müssen. Das ist die große Stunde der Sprinter. Und wer sich seinen mühsam erkämpften Platz nicht streitig machen lassen will läuft hier um sein Leben.

Nach dem Meller Berglauf fanden noch diverse Siegerehrungen statt. Danach gab es die leuchtend grünen Shirts. Dem Sprecher kann ich nur beipflichten: Jeder Läufer hat auf seine Weise seine Herausforderung gesucht, gefunden – und das hoffe ich für alle - auch bestanden.

Fazit: Der ganze Lauf spielt sich im Wald ab. Wer bergauf die Wade hat, und bergab auf Regenrinnen im Boden achtet, kann sich nach Herzenslust quälen. Im Ganzen eine sehr routinierte Organisation.

Ich persönlich danke den Veranstaltern für diesen organisatorischen Kraftakt; auch den Sponsoren, die es möglich machten, für einen Spottpreis an dieser Laufserie teilzunehmen; außerdem den Regengöttinnen aus Borgloh und der unbekannten Kuchenbäckerin vom Rehlberg für den unbeschreiblich leckeren Himbeersahnekuchen.

PS: Ich habe alkfreies Weizen gekauft – ratet mal welches.

 

EmHa